Dienstag, 17. Oktober 2017

SEV

Aka Schienenersatzverkehr.

Gestern:
Schienenersatzverkehr mit Bussen zur Überbrückung einer einzigen Haltestelle.
Fahrtzeit (also ohne Fußwege zur oder von der Bahn) zur Arbeit:
normalerweie 45 Minuten, heute 70 Minuten,
Rückweg vom Job nach Hause:
normalerweise 45 Minuten, heute 75 Minuten (inklusive Stau auf dem Weg zur Schnellstraße).
Ach ja... natürlich ist die Umsteigehaltestelle nicht an einem Busbahnhof sondern eine Station davon entfernt... eine Strecke Fußweg ist da mittendrin... Einige hundert Leute fluten die Fußgängerbrücke vom Bus zur Bahn und vice versa.
Meine Begeisterung ist grenzenlos. (So geht es noch zehn Tage lang weiter.)


Heute:
Diese langen Umsteigewege im Rahmen des Ersatzverkehrs nehmen mir sämtliche Kraft. (Morgen muss ich endlich am Abend noch einkaufen gehen - ich schiebe das so vor mir her...)
Heute zehn Minuten zu spät im Büro gewesen, aber das ist okay so weit, ich habe praktisch einen "Freifahrtschein" bekommen. Pünktlichkeit ist unter den aktuellen Umständen trotz frühen Starts nicht machbar. (Obwohl ich deutlich früher als sonst aus dem Haus gehe!)

Sonntag, 15. Oktober 2017

Gelesen: Kalte Brandung

Kalte Brandung - Die Nordsee-Morde (2) von Isa Maron 
DuMont Buchverlag Köln
ISBN 978-3-8321-6358-7

Warum dieses Buch? Der nächste Band der Nordsee-Morde an der niederländischen Küste.

Klappentext:
"Auf einem Kinderbauernhof in Amsterdam verschwindet am helllichten Tag ein kleiner Junge. Trotz tagelanger Suche bleibt er unauffindbar. Die Polizei ist höchst alarmiert und leitet eine groß angelegte Suchaktion ein. Wie sich zeigt, ist der Vorfall bloß der Anfang. Überall in Nordholland werden Kinder vermisst gemeldet, und bald verfolgt das ganze Land fieberhaft das mediale Geschehen. Maud Mertens, die Leiterin der Ermittlungen, gerät immer stärker unter Druck. Schon einmal hat die altgediente Kommissarin durch eine falsche Entscheidung den Tod eines Kindes mitverschuldet, und sie beginnt zu zweifeln, ob sie die Richtige für diesen Job ist. Unterstützung erhält sie von der jungen Kriminalistik-Studentin Kyra Slagter, deren Schwester vor Jahren spurlos verschwunden ist und die Mertens bereits in einem anderen Fall »ungebeten« assistierte: ein ungleiches Paar, das sich dennoch perfekt ergänzt. Als eine erste Kinderleiche auftaucht, ist klar: Die Täter schrecken vor nichts zurück – und jede Minute zählt."

Ein Wiedersehen mit der Kommissarin Maud Mertens und der (inzwischen) Kriminalistikstudentin Kyra Slagter - besser: ein Wieder- oder Weiterlesen.

Kyra erhält einen Anruf von Ihrer Freundin Sophie, die regelmäßig auf Jesse aufpasst. Jesse ist in einem Moment der Unachtsamkeit von Sophies Seite verschwunden, spurlos. Kyra sucht das Umfeld von Jesses Zuhause ab, macht sich nach erfolgloser Suche auf den Weg zu Ihrer Freundin auf dem Kinderbauernhof. Unterwegs sieht sie auf dem Kanal eine blaue Mütze treiben und springt ins Wasser.

So beginnt dieser Krimi und zieht den Leser sofort in die Handlung hinein.

Immer mehr Kinder verschwinden, eine SOKO wird gebildet, zu der Maud Mertens und ihre Kollegen gehören; eine fieberhafte Suche beginnt, während Kind um Kind in den Niederlanden verschwindet.

Er war im Zoo.
Undeutlich  erinnert er sich an den Mann mit dem Katzenbaby. Er hat ihn etwas gefragt, der Mann wollte irgendetwas wissen, und er hat gedacht: Eine kleine Katze, verdammt, er hat eine Babykatze, wie kommt er an die? Vier Monate lang hat er seinen Eltern wegen einer Katze in den Ohren gelegen und sich so sehr auf seinen Geburtstag gefreut, und als es endlich so weit war, haben sie ihm eine Wurfangel geschenkt, mit allem Schnickschnack und dazu einen Kasten voller Bleigewichte, Schwimmer, Schnüre und was sonst noch alles. Der Mann im Zoo hatte eine kleine Katze dabei.
Er ist in die Falle getappt.
Wie kann man nur so blöd sein!

Der Krimi ist vielschichtig:
1. Steht die Entführung der Kinder und die Auflösung (selbstverständlich gibt es sie) im Focus.
2.Wird Kyras Suche nach ihrer vor Jahren verschwundenen Schwester - wir kennen sie schon aus dem ersten Buch - fortgesetzt.
3. Wer ist Jane? Auch sie haben wir im ersten Krimi schon kennenlernen dürfen.

So ist das Buch zwar einerseits unabhängig vom Vorgänger zu verstehen, jedenfalls was primär den aktuellen Fall betrifft, aber besser ist es, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, denn sowohl Kyras Suche als auch die Sequenzen um Jane/Béatrice/Sarah wirken als Container... Geschichte um Geschichte um einen Kriminalfall - mit Cliffhanger!


Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf den dritten Band.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Hinweis zu Kommentaren hier!

Ich bekomme ja ab und zu einen Kommentar von "Anonym" hier. Ich weiß zwar immer gerne, wer mir schreibt, aber darum geht es gerade nicht...

Soeben habe ich in meiner Mailbox die Benachrichtigungsmail angeschaut und gesehen, dass die Handynummer mitgesendet wird. Vermutlich wurde der Kommentar mit dem Handy geschrieben? Jetzt habe ich zwar keinen Namen, dafür aber eine wunderbare 0178-Nummer.

Passt ein wenig auf, was Ihr macht, auch wenn google (und blogger/blogspot gehört zu google) sowieso Eure Telefonnummer hat (Android-Handys), so wollt Ihr sie vielleicht nicht unbedingt mit dem anonymen (!) Kommentar zusammen senden?

Samstag, 7. Oktober 2017

Mein Knie, das unberechenbare Wesen

Wer mich oder mein Blog kennt, weiß, dass ich immer mal wieder von meinem Knie geärgert werde.

Nach Aussage meines inzwischen im Ruhestand weilenden allseits geschätzten Orthopäden ist es nichts, das man operativ behandeln kann, und es würde ja "gar nichts machen", wenn ich mal gelegentlich Probleme damit hätte.

Nun, die Probleme sind seltener und leichter geworden. Ich meide manche Bewegungen. Wenn es denn doch mal "gnurpst" und das Gelenk blockieren möchte, ist es meist nicht mehr so schlimm wie in den vergangenen zwanzig Jahren (so lange schlage ich mich damit etwa herum, die jüngste Tochter war gerade in das fünfte Schuljahr gekommen...), häufig kann ich mit Ruhe, Geduld und ein paar Handgriffen die Blockade lösen - und es ist alles okay.

Ich bin außerdem der Meinung, dass meine Physiotherapie die Muskulatur kräftigt. Auch, wenn wir gar keine expliziten Beinübungen machen, so müssen doch bei vielen Übungen die Beine leicht gebeugt sein...

Letzte Nacht, ich bin spät ins Bett gekommen und war sehr, sehr müde, bemerkte ich, dass irgendwas mit meinem Knie nicht stimmte - und fiel sofort in den Tiefschlaf... Ich wachte heute früh um fünf auf, gelegentlich muss frau ja mal einen kurzen Weg machen ... und merkete nur: Autsch!

Da man ja aus Erfahrung klug wird, habe ich im Schlafzimmer Schmerzgel und Elastikbinden immer griffbereit untergebracht, habe mich damit versorgt und weitergeschlafen... Allerdings gegen Mittag heute dann doch noch eine Kapsel Diclo 75 geschluckt. Der Schmerz ist gut aushaltbar, das Knie ein wenig instabil, leider.

Wäre ich nicht sofort in den Tiefschlaf gefallen letzte Nacht, hätte ich vielleicht den Schaden schnell eingrenzen können. So muss ich ein paar Tage damit leben.

Mausarm

... nein, habe ich gerade nicht. Hatte ich aber schon mehr als einmal in meinem Leben, sehr schmerzhaft.

Ich bin einfach auf diesen Link gestoßen und möchte ihn mir als Lesezeichen merken, weil ich den Artikel sehr gut finde! (Vielleicht kann ihn irgendjemand - oder ich? - ihn nochmal gebrauchen.)

Freitag, 6. Oktober 2017

Gelesen: Das vierte Opfer

Das vierte Opfer (Roman/Krimi)
(Die Van-Veeteren-Krimis, Band 2)
von Håkan Nesser
btb/ Random House, Taschenbuch
ISBN 978-3-442-72719-3

Warum dieses Buch? Håkan Nesser fehlte mir noch in meiner Sammlung, ich war neugierig. Inzwischen besitze ich wundersamerweise drei oder vier, manche als Mängelexemplare oder vom öffentlichen Bücherregal oder ganz normal aus dem Handel. Eigentlich egal.

Klappentext:
"In Kaalbringen, einem ehemals beschaulichen Küstenort, regiert der Schrecken: Drei bestialische Morde sind geschehen, kurz hintereinander. Einheimische und Feriengäste reagieren mit Panik. Denn irgendwo mitten in der Stadt sitzt der Mörder und plant in Ruhe seinen nächsten Schlag. Wann und wo wird der »Axtmörder«, wie er inzwischen im Volksmund heißt, wieder zuschlagen? Das örtliche Polizeiteam ist überfordert, und so holt sich Hauptkommissar Bausen den erfahrenen Kommissar Van Veeteren zu Hilfe, der in der Nähe Urlaub macht. Die Zeit drängt, denn das vierte Opfer befindet sich schon in der Gewalt des unheimlichen Mörders …"

Ein Mann wurde ermordet, mit einer Axt. Es bleibt nicht bei diesem einen. Das Polizeiteam ist ratlos, da passt es gut, das Kommissar Van Veeteren kurz vor Ende seines Urlaubs praktisch in der Nähe ist. Die Bevölkerung wird unruhig, niemand traut sich mehr so recht aus dem Haus. Zunächst tappt die Polizei im Dunkeln.

Zum Team gehören auch Polizeiinspektorin Beate Moerk und Hauptkommissar Bausen, mit dem Van Veeteren manchen entspannten "Männerabend" verbringt, mit Whisky, Wein und Schachspiel. Bausen steht ein paar Tage vor seiner Pensionierung und möchte den Fall noch lösen, bevor er in den Ruhestand geht.

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, nur allmählich kristallisieren sich mögliche Zusammenhänge heraus, bis Beate Moerk etwas auffällt. Doch bevor sie darüber mit den Kollegen sprechen kann, passiert ihr etwas - noch bevor sie ihre Joggingroute beendet hat.

Die Gedanken an das leicht bezwingbare letzte Stück, an das wartende Auto und eine heiße Dusche trugen sie hinauf und gaben ihr auf angenehme Weise Antrieb. Aber auch wenn sie nicht so müde gewesen wäre und auch wenn die Lichtverhältnisse an diesem lauwarmen Septemberabend etwas vorteilhafter gewesen wären, ist es mehr als fraglich, ob sie das dunkle Stahlseil rechtzeitig hätte sehen können.
Es war knapp unter Kniehöhe gespannt, ganz am Ende des Hügels... genau dort, wo das dichte Laub einer Linde die Dämmerung noch einmal durch seinen Schatten verstärkte. Sie fiel der Länge nach zu Boden, und bevor sie überhaupt begriff, was passiert war, war er bereits über ihr. 


Die Lösung des Falles, wie es sich für einen anständigen Krimi gehört, ist überraschend und durchaus ein wenig befremdlich.

Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und freue mich auf mehr: Die Art des Erzählens weist deutliche Ähnlichkeit mit der von Mankell auf (was bedeutet: Prädikat wertvoll!), geht allerdings nicht so sehr in die Details der Morde ein, vielleicht ist die Methode des Axtmörders nicht ganz so perfide wie Mankells Morde sind, wenngleich nicht weniger blutig, und es wird im Verlaufe der Handlung die Psyche des Mörders nicht vertiefend dargestellt. Mag man zunächst denken. Die Geschichte scheint ruhig vor sich hinzuplätschern und baut trotzdem Spannung auf.

Absolute Empfehlung natürlich.

Montag, 2. Oktober 2017

Gelesen: Tierische Profite

Donna Leon - Tierische Profite
Commissario Brunettis einundzwanzigster Fall
Roman /Krimi
Diogenes Taschenbuch /detebe
ISBN 978-3-257-24302-4

Warum dieses Buch? Ich liebe die Brunetti-Filme, mag Italien, habe Venedig jetzt auch kennen gelernt... Wenn einem dann die Taschenbücher förmlich zufliegen, teils als Mängelexemplare, teils bei einem Büchertausch kostenlos, dann muss frau einfach zugreifen. So habe ich fast zwanzig von diesen Büchern hier, die Reihe ist nicht vollständig, also kann ich noch ein wenig weitersammeln ...

Klappentext:
"Ein toter Mann, der von niemandem vermisst wird, weder von den Venezianern noch von Touristen. Und ein teurer Lederschuh am Fuß dieser Leiche. Brunetti muss all seine Menschenkenntnis aufbieten und sein ganzes Kombinationstalent, um diesen Fall zu lösen, der ihn bis aufs Festland nach Mestre führt."

Es ist mein erster Brunetti, den ich lese, auch wenn ich die meisten Filme inzwischen so gut wie mitsprechen kann, sie sind für mich so eine Art Familienunterhaltung mit einer kleinen kriminellen Geschichte mittendrin, ich sehe sie wirklich gerne, und das Buch überrascht mich durchaus!

Die Geschichte und die Personen haben mehr Tiefgang, die Kriminalgeschichte ist ein wenig breiter angelegt, der Commissario ein wenig klüger als der Brunetti der Verfilmungen. Aber genau so menschlich, und auch hier sitzt die Familie gelegentlich um den Tisch und verspeist köstliche italienische Leckereien.

Es wird also eine Leiche aus einem der Kanäle gezogen, ohne Papiere, eine Vermisstenmeldung gibt es auch noch nicht. Ungewöhnlich ist die Gestalt des Toten, er scheint eine sehr seltene Krankheit (Madelung) gehabt zu haben, die den Oberkörper und Hals unglaublich dick hat werden lassen.

Selbstverständlich haben wir es hier auch mit dem selbstverliebten Vice-Questore zu tun:

Damit blieb noch Patta. Wenn er zu seinem Vorgesetzten musste, überkam Brunetti oft ein Gefühl der Entkräftung; es ging ihm wie einem Schwimmer, der sich bei seinen Bahnen verzählt hat und plötzlich erkennt, dass er in immer kälter werdendem Wasser noch zehn weitere zu absolvieren hat. Und wie jeder Sportler kannte Brunetti die Erfolgsbilanz seines Gegners, Patta kam schnell vom Start und hatte, solange er damit durchkam, keine Skrupel, seinen Konkurrenten den Weg zu versperren; andererseits mangelte es ihm an Durchhaltevermögen, so dass er, wenn sich der Wettkampf länger hinzog, meist ins Hintertreffen geriet. Allerdings musste man, ganz gleich wie weit er bei einem Rennen zurückfiel, immer damit rechnen, dass er zur Siegerehrung wieder auftauchte und sich von nichts und niemand daran hindern ließ, aufs Treppchen zu steigen, sobald es zur Verteilung der Medaillen kam.

Mühsame Recherchen beginnen, auch mit tatkräftiger Unterstützung von Signorina Elettra, die mit ihrem Computer wahre Kunststücke vollbringt, und in Begleitung von Vianello, der auch hier allerlei kluge Gedanken äußert. Auf einigen Umwegen führt die Spur zu einem Schlachthof und weiter zu allerlei personellen und privaten Verwicklungen, hier wird deutlich, wie sehr es (zumindest in Italien) auf persönliche Beziehungen ankommt, die jemanden auf die ertragreiche Überholspur bringen oder ihn sehr tief fallen lassen können.

Die Schilderung des Besuchs des Schlachthofes durch Brunetti und Vianello, so verstörend die Beschreibungen auch sein mögen, halte ich für eine Spitzenleistung der Schriftstellerin. Man fühlt förmlich mit den Tieren mit, genau wie mit den Befindlichkeiten der Polizisten...

Am Ende gibt es mehrere intelligente Befragungen, die das komplette Netz der Verflechtungen darstellen und selbstverständlich auch zu einem Geständnis der schuldigen Person führen.