Freitag, 24. März 2017

Es frühlingt so vor sich hin

Heute früh war es noch frostig, aber bei stahlendblauem Himmel wurde es gegen Mittag ein richtig schöner Frühlingstag.


Außer meiner üblichen Terrassenbegehung (um weitere frisch erblühte Blümchen zu begrüßen)...



(Sieht hier jemand die dicke Hummel? Vergrößern! Sie ist voller Blütenstaub.)


 ... samt des Traktierens meiner DigiCam natürlich, habe ich noch ein paar Samenkörnchen verteilt... ich netzwerke so vor mich hin, da gehören nun natürlich auch Gartenfreunde dazu. So hoffe ich, dass hier...


... irgendwann dann Wunderblumen blühen mögen. (Denn alle kahlen Stellen kann ich nicht sofort und auf der Stelle zupflanzen, da kommen bunte Sommerblumen gerade recht.)

Krämpfe

Seitdem ich Medikamente inhalieren muss, also nun etwa sechseinhalb Jahren, erlebe ich immer wieder Zeiten mit häufig wiederkehrenden Fußkrämpfen. Genauer: Der Spann krampft schmerzhaft, in seltenen Fällen kommen Wadenkrämpfe hinzu. Immer nachts. Dann springe ich wie angestochen aus dem Bett, stütze mich irgendwo ab und presse die Fußsohle auf den Boden. Dann löst sich der Krampf, droht aber, gleich wieder zu kommen. Also muss ich noch ein wenig herumlaufen... Lege mich wieder hin, und wenn ich Glück habe, kann ich den Rest der Nacht ruhig schlafen.

Oft aber wiederholt sich das Ganze im Zehnminutentakt. Heißt, ich schlafe zehn Minuten, da weckt mich der nächste Krampf, ich springe aus dem Bett... usw. usw. In schlechten Zeiten habe ich insgesamt vielleicht drei Stunden geschlafen, bevor ich aufstehen und den Tag beginnen muss.

Ursache ist vermutlich das in den Medikamenten enthaltene Formoterol. Das ich brauche.

Manchmal habe ich monatelang Pause, und ich vergesse das Ganze. Bis es wieder losgeht.

Hilfreich sind drei Dinge:

1. Magnesium, und das reichlich. Die Tütchen Magnesium Verla sind eine Lachnummer und bewirken überhaupt nichts.

2. Warme Füße, also möglichst mit Socken ins Bett gehen und eine zusätzliche Decke über die Füße legen.

3. Immer die selben Schuhe tragen!!!

Das mit den Schuhen funktioniert natürlich nicht. Im Winterhalbjahr haben alle Stiefeletten ungefähr die selbe Absatzhöhe und einen identischen Schnitt, meine Einlagen passen auch rein. Und Ruhe herrscht.

Nun habe ich pünktlich Anfang März mich von den Winterschuhen für diese Saison verabschiedet und die ersten flachen Schuhe angezogen. Meine Frühjahrs-Sommer-Herbstschuhe sind etwas unterschiedlich, manche ganz flach, manche mit wenig Absatz, meistens aber Ballerinas...

Seit ein paar Wochen habe ich häufig einen Anflug von Krämpfen, die ich manchmal noch im Halbschlaf gelöst bekomme... aber... letzte Nacht...!!! Puh.

Seit einigen Wochen löse ich ein Magnesiumpulver in einer Wasser-Saft-Mischung auf und trinke es über den Tag verteilt. Eigentlich deshalb, weil es empfohlen wird, wenn man Vitamin D (und K...) substituiert... aber Mittwoch - ich bin seit Montag wieder am Arbeitsplatz - war mir nicht gut, ich hatte böse Bauchschmerzen und letztlich mindestens am Abend auch Fieber, so dass ich Donnerstag praktisch nichts essen mochte. Und mir auch kein Magnesiumgetränk gemixt habe. Was sich offenbar böse gerächt hat.

Und die große Flasche mit dem Getränk, die hier vor mir steht, bekomme ich unmöglich bis zur Schlafenszeit ausgetrunken... Juchhu, das Leben ist schön. Oder so ähnlich

Mal wieder verlaufen

Geht es noch einer so wie mir? "Wenn es die Möglichkeit gibt, dass ich mich verlaufe, verirre, dann mache ich das auch." Das scheint das Motto meines Lebens zu sein.

Gestern. Krankenhausbesuch. Ich kenne die Örtlichkeiten von vor drei Jahren. Der Bus hält dort, kleiner Nebeneingang, gleich das erste Haus. Kein Problem.

Rückweg. Dunkel. Gehe ich nun links oder rechts? Geradeaus ist Grünfläche. Gehe schräg links und komme irgendwo an. Aber wo? Kleine Straße. Dort fährt kein Bus.

Dem einzigen Wegweiser gefolgt - sicher ist sicher - Richtung S-Bahn. Viertelstunde mutterseelenallein übers dunkle Krankenhausgelände bis zur Bahn. Hm. Ich nun wieder

(Ich werde wohl einige Tage Zeit haben, das zu perfektionieren, das nächste Mal hoffentlich bei Tageslicht.)

Stadt: Hambug
Krankenhaus: Eilbek
S-Bahnhof: Friedrichsberg
Patient: Mutter

P.S. In solchen Situationen vergesse ich natürlich immer, dass ich ein "schlaues" Handy mit google maps habe, das mich finden und leiten kann... das Teil liegt dann warm und sicher in meiner Handtasche. Ich eben.

Sonntag, 19. März 2017

Neuzugänge auf der Terrasse

Am Donnerstag war Frühlingswetter und beim Discounter gab es Hortensien und Rhododendren. Ich schnappte mir also meinen Hackenroller und besorgte jeweils eine Pflanze, die ich am selben Nachmittag noch aussetzte, denn für Freitag und dieses Wochenende war ja wieder schlechteres Wetter vorhergesagt...



Mein obligatorischer Fotorundgang ergab...


... dass die weißen Krokusse ab sofort blühen...


... und die Zwergnarzissen aufgewacht sind, viel früher als die normalen, von denen außer Blattwerk noch nichts zu sehen ist.

Da meine Forsythie im Herbst arg zrück geschnitten wurde und nur ganz spärlich blühen wird, wurde sie jetzt zum Osterbaum.

Freitag, 17. März 2017

Gelesen: Leise stirbst du nie

Leise stirbst du nie (Thriller)
von Daniel Annechino
aus dem Amerikanischen "They Never Die Quietly"
Ullstein Taschenbuch
ISBN 978-3-548-28262-6

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

An Stelle des Klappentextes:

Buchrückseite

DU HAST GESÜNDIGT.
Dafür wirst du sterben.

ICH WEINE NICHT LÄNGER.
SO ALSO WERDE ICH STERBEN.
Er wird den kalten Stahl benutzen.

ICH SCHLIESSE MEINE AUGEN
UND BEGINNE ZU BETEN...

Aus dem Text vom Vorsatzblatt

"San Diego, Kalifornien. Detective Samantha (Sami) Rizzo und ihr Partner Alberto Diaz von der Mordkommission stehen vor einem schwierigen Fall. Immer wieder tauchen allein gelassene Kinder in Einkaufszentren auf, immer wieder finden sie tote Frauen in kleinen Kirchen auf dem Land. Was steckt dahinter? Fieberhaft fahnden die beiden Detectives nach einem unheimlichen, mysteriösen Killer, der es offenbar auf Mütter mit kleinen Kindern abgesehen hat.
. . ."

Schon der Prolog wirkt auf mich wie ein Donnerknall, dann ein Sog. Selten hat es ein Buch geschafft, mich innerhalb von einer Minute in seine Geschichte hinein zu ziehen, mich das Grauen zu lehren und mich gleichzeitig zu faszinieren. Genau in dem Moment, in dem ich denke, ich halte es nicht mehr aus, beginnt das erste Kapitel mit einem Szenenwechsel. Ich atme auf, nur einen Moment, da bahnt sich bereits Schreckliches an.

Simon genoss diesen Teil der Jagd. Er war wachsam, lauerte einer weiteren Seele auf, die geläutert werden müsste. Wie eine hungrige Straßenkatze einen verletzten Vogel verfolgt, so musste er auf den richtigen Moment warten, bevor er losschlug.

Sami und Al leiten das Ermittlungsteam, nur allmählich kristallisieren sich einige wenige Einzelheiten zur Person und Persönlichkeit des Täters heraus, auch mit Hilfe der Kinder, die ihre Mütter nie wieder sehen würden. Übereinstimmend sprechen sie von einem sehr großen und freundlichen Mann mit dunklen Haaren und blauen Augen.

Bei der ehrenamtlichen Ausgabe von Essen an Obdachlose lernt Sami jemanden kennen, der sie auf ihre Rückenschmerzen anspricht, er sei Physiotherapeut und könne ihr helfen. Sami, seit Jahren geschieden und alleinerziehende Mutter von Angelina, zwei Jahre alt, fühlt sich zu ihm hingezogen... verabredet sich mit ihm zum Essen, sagt wieder ab, aber er bleibt hartnäckig.

Die familiären Probleme von Sami werden nebenher geschildert, ihr geschiedener Mann wird ermordet - und der Vorgesetzte der Detectives übt Druck aus auf die Ermittler, das Team wird vergrößert, doch Ratlosigkeit greift um sich.

Inzwischen ist Sami sich sicher, dass ihr "Verehrer" der gesuchte Serienkiller ist; sie sieht keine andere Möglichkeit, als sich mit ihm zu verabreden - ohne Al oder ihr Team zu informieren.

Obwohl Simon seine wahren Gefühle sehr gut verbergen konnte, machte ihn lockeres Geplauder mit einer Auserwählten krank. Bis er sie in seinem Erlösungsraum eingesperrt hatte, musste er so tun, als ob das Ganze ein Date sei und die Rolle des charmanten Verehrers spielen. Wenn sie nur wüsste, was er mit ihr vorhatte. Detective Sami Rizzo würde sicher nicht einfach zu überwältigen sein. Mit den anderen war es ein Kinderspiel gewesen.

Hier beginnt eine andere Art von Spannung, das absolute Grauen verlässt mich beim Lesen. Stattdessen beginnt einerseits die fieberhafte Suche von Al, nachdem Samis Mutter die kleine Angelina vermisst gemeldet hat, sein Rückfall in die Nikotin- und Alkoholsucht - allerdings offenbar einmalig - andererseits folgt man Samis Gefühlen und Plänen, wie sie Simon entkommen könnte.

Da in den meisten Büchern am Ende der und das Gute siegt, bange ich hier nicht wegen der Sorge um Sami sondern wegen der Art und Weise, wie sie entkommt und was Al damit zu tun hat.


Absolute Leseempfehlung für Leute mit starken Nerven.

St. Patrick's

Happy St. Patrick's Day

(Irgendwie vermisse ich die Besuche in Dublin schon...)

Passend zum Tag und zum Land... Real Irish Ghost Stories, ist mir gerade wieder in die Hände gefallen, ebenso ein anderes Buch, aber das ist noch ungelesen...

Mittwoch, 15. März 2017

Gelesen: Wer Blut vergießt

Wer Blut vergießt (Kriminalroman)
von Deborah Crombie
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-47466-0

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

Klappentext:
"Ein eisiger Januartag in London, eine gefesselte Leiche, der Beginn einer bizarren Mordserie.

London an einem eiskalten Tag im Januar: Detective Inspector Gemma James und ihre Assistentin Detective Sergeant Melody Talbot werden zu einem Tatort gerufen: Rechtsanwalt Vincent Arnott liegt tot in einem Hotelbett – nackt und mit gefesselten Händen und Füßen. Ein Sexspiel mit tödlichem Ausgang oder ein Verbrechen? Als jedoch kurz darauf ein weiterer Anwalt auf dieselbe Weise zu Tode kommt, ist klar, dass es sich um Mord handelt. Haben es Gemma und Melody mit einem Serienmörder zu tun?"

Es war Jahre her, dass sie zuletzt eine englische Kirche betreten hatte. Ob die Türen am frühen Abend dieses trostlosen Januartages wohl verschlossen sein würden? Einer plötzlichen Eingebung folgend wartete sie, bis sich eine Lücke im Verkehr auftat, überquerte mit raschen Schritten die Charing Cross Road und bog in die Denmark Street ein.

Und dann blieb sie erneut stehen und starrte wie hypnotisiert in die Schaufenster der Geschäfte, deren Auslagen hell erleuchtet waren, obwohl sie bereits geschlossen hatten. Wie hatte sie das vergessen können? Das hier war die Straße der Gitarren. Die Instrumente mit ihren elegant geschwungenen Formen und glänzenden Lackierungen schienen sie magisch anzuziehen. 

So beginnt eine Geschichte, die ihren Anfang fünfzehn Jahre zuvor genommen hatte und nun in mehr als einem Mord gipfelt.

Den Mordermittlerinnen Gemma und Melody bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg, als sie zur Leiche des Rechtsanwaltes Arnott in eine billige Absteige gerufen werden...

Die für mich übliche Verwirrung beginnt. Das halbe Morddezernat scheint miteinander befreundet, zum Teil auch verheiratet zu sein, es werden mal Vornamen, mal Nachnamen oder Dienstgrade genannt, das macht es für mich am Anfang etwas schwierig, den Einstieg zu finden. Es wird aus dem Privatleben der Ermittler erzählt, es geht u.a. um die Pflegetochter Charlotte, und ganz allmählich kristallisiert sich heraus, dass man auch privat bekannt ist mit einigen Personen, die aus Ermittlungsgründen befragt werden müssen, es wird ein komplexes Muster aus Beziehungen gewoben.

Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden aus dem Leben von Andy, dem Gitarrenspieler, der kurz vor dem Durchbruch und einer glänzenden Karriere zu stehen scheint. Fünfzehn Jahre zuvor war er ein "gefährdeter Jugendlicher" gewesen, und die Nachbarin Nadine hatte sich ein wenig um ihn gekümmert, bis... unheilvolle Ereignisse ihren Lauf genommen hatten.

Der Krimi spielt in London in Chrystal Palace, einer Gegend, die durch kleine Zitate aus verschiedenen Quellen vor jedem Kapitel ein wenig mehr erklärt wird..

"Duncan, unser Andy hat mich gerade angerufen und gesagt dass Gemma heute Morgen bei ihm war und ihn vernommen hat. Es ging irgendwie um 'nen anderen Mord und 'nen Jungen, den er von ganz früher kannte, und was ich gerne wüsste, ist, wie Gemma eigentlich darauf kommt, dass er irgendwas darüber wissen könnte?"

Kincaid, der sich noch nicht ganz sicher war, ob das nun eine Frage war oder nicht, sagte nur: "Nun mal langsam, Tam. Du hast doch gewusst, dass das Gemmas Fall ist, dieser erste Mord in Chrystal Palace. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine Verbindung zwischen den zwei Verbrechen gibt."

Dem zweiten Mord, der ein ähnliches Muster wie der erste zu haben scheint, folgt die Suche nach den Verbindungen zwischen den Opfern. Es waren beides Prozessanwälte, aber auf den ersten Blick war das schon alles... Der detektivischen Kleinarbeit des Ermittlerteams gelingt am Ende die fast überraschende Aufklärung, natürlich.


Ich habe diesen Krimi gern gelesen und werde, wenn ich weitere Bücher aus dieser Serie finde, gern mehr von diesen Londoner Ermittlern lesen. Klare Empfehlung also.